Seelisches Leid lässt sich nicht mit genauen Werten festlegen, wie man es bei vielen körperlichen Beschwerden, z.B. mit Blutbefunden, Röntgen, Ultraschall ect., machen kann.

Daher lässt es sich nur schwer einordnen, wann man eine Psychotherapie beginnen sollte.

Entscheidend ist also meistens nur Ihr eigenes Gefühl dafür, wie sehr Sie ein Problem oder ein seelischer Zustand belastet.

Sollten Sie sich fragen, ob Sie eine Psychotherapie beginnen sollten, ist dies meist schon ein wichtiger Hinweis, dass es etwas zu bearbeiten gibt.

Menschen, die sich auf eine Psychotherapie einlassen, übernehmen Verantwortung für sich selber und ihre Gesundheit.

Wenn Sie sich für eine Psychotherapie entscheiden, zeigt das, dass Sie Probleme erkennen und aktiv daran arbeiten möchten, diese zu überwinden.

Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Psychotherapie: die generelle Bereitschaft, sich mit den eigenen Gefühlen auseinander zu setzen und neue Perspektiven zu erarbeiten.

Eine Psychotherapeutin ist ein Wenig mit einem Bergführer zu vergleichen: Der Bergführer kennt den Weg, Abkürzungen und die Wetterlage und kann anbieten Sie zur nächsten Berghütte zu führen, doch gehen müssen Sie den Weg selber. So ist eine Psychotherapeutin auch immer nur so gut, wie die Klientin/ der Klient bereit ist ihre „Wanderangebote“ auszuprobieren um schließlich den für sie/ ihn besten (neuen) Weg zu finden.

   Auf jeden Fall sollten Sie eine Psychotherapeutin aufsuchen wenn    

  • Sie Schmerzen, Schlafstörungen, Herzprobleme haben und der Arzt nach eingehender Klärung keine Ursache finden konnte
  • Sie nur noch mit Beruhigungs- oder Aufputschmitteln, Drogen oder Alkohol durch den Tag kommen
  • Öfter ohne ersichtlichen Grund und überraschend Herzklopfen bekommen und glauben gleich sterben zu müssen
  • Sie belastende Ängste haben wie z.B. nicht in Menschenmengen sein zu können, Angst vor engen Räumen oder großen Plätzen, vor Autoritäten, Kontakt zu Mitmenschen etc
  • Sie quälende Gedanken haben über die Sie mit niemandem zu sprechen wagen
  • Sie keine Kraft mehr aufbringen um den Alltag zu bewältigen, antriebslos, überfordert und dauernd erschöpft sind
  • Sie keine Freude mehr am Leben haben und häufig bedrückt sind
  • Sie sich ständig traurig und einsam fühlen / sind
  • Sie sich auf einem belastenden Scheideweg in ihrem Leben befinden (z. B. schwere Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Trennung, Unfall etc)
  • Sie meinen, der einzige Ausweg aus Ihren Problemen sei, das Leben zu beenden oder sie einfach nicht mehr alleine weiterwissen
  • Sie in einer belastenden Beziehung leben
  • Sie sich durch Ihre Kinder oft überfordert fühlen
  • Sie häufig und wiederholt große Probleme im Kontakt mit anderen Menschen haben
  • Sie ohne Alkohol, Drogen, Essen, Hunger, Liebe, Spielen nicht mehr leben können, das heißt, wenn Sie süchtig sind
  • Sie sich innerlich gezwungen fühlen, ständig dasselbe zu denken oder zu tun (z. B. zwanghaftes Waschen, Zusperren, Grübeln u.ä) und sich dadurch stark in Ihrem Leben beeinträchtigt fühlen
  • Sie mit Ihrer Sexualität nicht zurechtkommen
  • Sie sich vor Entscheidungen fürchten